Hack your City ist ein Projekt im Zuge des Wissenschaftsjahr Zukunftsstadt. Das Wissenschaftsjahr 2015 widmet sich Fragen rund um die Stadt der Zukunft: Wie möchten wir in der Stadt leben? Wie wollen wir unsere Städte verändern? Was fehlt uns? Wie können wir Offene Daten nutzen um Stadtabläufe zu erleichtern?
Hack Your City möchte Akteuren, denen die Zukunft der Stadt am Herzen liegt, ermöglichen in Kleingruppen Stadtprobleme zu lösen und Stadtvisionen zu realisieren. Dabei liegt ein spezieller Fokus auf dem Thema Citizen Science - bei dem BürgerInnen mit lokalen Wissenschaftseinrichtungen kollaborieren, gemeinsam an Forschungsprojekten arbeiten, Daten crowdsourcen, nützliche Werkzeuge und digitale Anwendungen entwickeln.

In jeweils vier deutschen Städten finden als Projektauftakt Citizen Science Hackdays statt. Auf den Hackdays können sich Akteure und Ideen finden und erste Prototypen entwickelt werden. Im Anschluss an die Hackdays werden sogenannte Citizen Science Labs gestartet, das sind Arbeitsgruppen, die sich regelmäßig Treffen und aus Prototypen funktionierende Anwendungen entwickeln. Die Labs sind eine Kollaboration zwischen Hack your City und Code for Germany. Im November werden dann Projekte nach Berlin zu einer öffentlichen Abschlussveranstaltung eingeladen. Hack your City ist eine Projekt von Wissenschaft im Dialog und der Open Knowledge Foundation Deutschland.

Wissenschaft ist das zuverlässigste System um neues Wissen zu kreieren. In Citizen Science Projekten beteiligen sich Nicht-WissenschaftlerInnen an der Datenerhebung, Analyse oder Präsentation von Forschungsprojekten. Im Citizen Science kommen HobbyforscherInnen und ForscherInnen zusammen und schaffen neues Wissen aus der gemeinsamen Faszination des Forschens. HobbyforscherInnen sind teilweise oder komplett in den Forschungsprozess mit eingebunden und können so vor allem viel Spaß beim gemeinsamen Forschen haben!

Der Ursprung des Wortes “hacken” geht auf die Tätigkeit von Tüftlern zurück, die versuchen, die Grenzen des Machbaren auszuloten und neue kreative Lösungen zu entwickeln. ‘Hacken’ ist eine Art einfallsreiche Experimentierfreudigkeit mit einem besonderen Sinn für Kreativität und Originalität. Das Ergebnis ist ein Hack.

Auf einem Hackday kommen also verschiedene “Hacker” zusammen, ganz egal ob SoftwareentwicklerInnen, DesignerInnen, WissenschaftlerInnen und Alltags-Hacker. Jeder, der kreativ eine Lösung finden möchte, ist eingeladen, gemeinsam mit allen anderen Teilnehmenden eine Lösung für eine Problemstellung zu erarbeiten. Diese Problemstellung wird von den TeilnehmerInnen selbst mitgebracht und gemeinsam versucht zu lösen. Ziel ist es dabei, einen gesellschaftlichen Nutzen zu erbringen.

ORGANISATORISCHES & ABLAUF
Die Hackdays starten am Samstag mit einer kurzen Begrüßung und Lightening Talks von HobbyforscherInnen und Wissenschaftseinrichtungen. Danach folgt eine sogenannte Pitching Session, in der alle TeilnehmerInnen Projektideen vorstellen können und sich die Teams zusammenfinden. Den Rest des Tages wird gebastelt und entwickelt. Am Sonntagnachmittag werden die Ergebnisse des Wochenendes präsentiert. Für Verpflegung (auch vegetarisch) und für WLan ist gesorgt. Details zum Ablauf in den einzelnen Städten finden sich unter den Anmelde-Links auf den Städteseiten.

GIBT ES THEMATISCHE BESCHRÄNKUNGEN FÜR DEN “PITCH”?
Deine Eigenwerbung/Pitch soll das Thema des Wissenschaftsjahrs reflektieren: Die Stadt der Zukunft. Wir erwarten DesignerInnen, ProgrammiererInnen, WissenschaftlerInnen, StädteplanerInnen und weitere Akteure aus verschiedenen Gebieten zum Thema Stadt so wird es immer ein/e ExpertIn für jede Frage geben.

WAS SOLL ICH MITBRINGEN
Denk an all die Geräte und Materialien, die nützlich oder inspirierend sein können. Natürlich Deinen Computer und anderes, das Du nützlich für Dein Arbeiten findest. Falls Du besondere Materialien benötigst, schreib eine E-Mail an Yannick (yannick.haan[at]w-i-d.de), eventuell können wir diese für Dich besorgen.

MUSS ICH MICH ANMELDEN? Da wir leider nur begrenzt Platz haben, ist eine kostenfreie Anmeldung notwendig.

WAS, WENN ICH NOCH KEINE KONKRETE PROJEKTIDEE HABE? Kein Problem. Viele Leute nutzen die ersten Stunden eines Hackdays damit mit verschiedenen Leuten zu reden, zu brainstormen und Ideen zu sammeln. Außerdem gibt es viele Leute die MitstreiterInnen für die Umsetzung ihrer Projektidee suchen.

Citizen Science Labs sind Räume, in denen Ideen und Visionen für Städte entwickelt, erprobt und umgesetzt werden. In den Labs kommen BürgerInnen, Vetreter lokaler Wissenschaftseinrichtungen und VertreterInnen aus der Politik zusammen, um gemeinsam an neuen Konzepten, Projekten und Lösungen rund um Herausforderungen von Städten zu arbeiten.

Interdisziplinär entwickeln die Akteure im Rahmen der Labs Werkzeuge und Strategien, die dabei helfen, komplexe Herausforderungen in ihren Städten kreativ zu meistern. Zu diesen Herausforderungen gehören Fragestellungen aus den Bereichen Mobilität, Stadtentwicklung, Umwelt, Energienutzung oder der politischen Mitgestaltung.

Nach den Auftaktveranstaltungen (Hackdays), bei denen sich Projektgruppen finden und erste Prototypen entstehen, wird in jeder Stadt ein Citizen Science Lab gestartet. Dafür werden Räumlichkeiten und Ressourcen über ein halbes Jahr zur Verfügung gestellt und bestehende Infrastrukturen genutzt um kollaboratives Arbeiten zu fördern. In regelmäßigen Arbeitstreffen werden so im Laufe des Jahres aus Prototypen, funktionierende Anwendungen.

Die Citizen Science Labs werden in Kollaboration mit Code for Germany veranstaltet.

Hack your City! wird in Dresden in Kooperation mit Jugend hackt Ost veranstaltet und richtet sich speziell an Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren. Die Veranstaltung und die Anmeldung funktionieren deshalb ein bisschen anders. Mehr Details zur Veranstaltung gibt es HIER. Allgemeine Infos finden sich HIER und zur Anmeldung geht es HIER LANG.

Jeder kann bei Hack your City teilnehmen! Du brauchst keinen Hintergrund in Stadtplanung oder IT, aber wenn Du es hast, grandios! Das Wichtigste ist, dass Du interessiert bist, mit an der Stadt der Zukunft zu bauen und begierig bist im Team etwas zu entwickeln.

Organisatoren von Wissenschaft im Dialog sind Yannick Haan und Thorsten Witt.
Organisatorinnen bei der Open Knowledge Foundation ist Julia Kloiber, Maria Reimer und Paula Glaser.

Wende dich jederzeit via email an: yannick.haan@w-i-d.de

Über das Wissenschaftsjahr

Die Stadt ist für die meisten Menschen heute schon der Lebensort Nummer eins. Täglich werden es mehr. Denn das Leben in der Stadt ist attraktiv. Dazu tragen die Ergebnisse aus Wissenschaft und Forschung bei. Ihre Lösungen werden künftig noch stärker gebraucht, wenn Städterinnen und Städter ihre Zukunft selbstbestimmt gestalten.

Der international renommierte Stadtplaner Jaime Lerner brachte es auf den Punkt: „Die Stadt ist nicht das Problem. Die Stadt ist die Lösung.“ Diesem Anspruch folgt das Wissenschaftsjahr 2015 – Zukunftsstadt. Weil Städte sich permanent entwickeln sind sie auch der Ort für Innovation. Sie können ökologisch, sozial und ökonomisch Modell und Vorreiter für nachhaltige Entwicklungen sein.

Heute wird in Städten drei Viertel der Energie verbraucht und 70 Prozent der von Menschen erzeugten Treibhausgase emittiert. Wer nachhaltige Lebensweisen verwirklichen will, muss zunächst die Stadtbewohner dafür gewinnen. Dies gelingt nur mit Wissenschaft und Forschung. Aber ihre Angebote müssen zu den Bedürfnissen der Menschen passen. Im Wissenschaftsjahr 2015 – Zukunftsstadt sollen neue Formate der Beteiligung entwickelt werden, die zeigen, wie Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit der Wissenschaft ihre Städte gestalten.

Dafür gibt es zahlreiche Beispiele: Städte werden sich an das Klima anpassen, sie werden sich sicher mit Energie versorgen und Mobilität für alle ermöglichen. Gesunde Ernährung wird immer stärker durch Lebensmittel gewährleistet, die im Urban Gardening erzeugt werden. Und innovative Wohnideen sind notwendig, um möglichst vielen Menschen attraktive Lebensbedingungen zu bieten.

Seit der Antike ist der Grundriss einer Stadt zugleich auch die Blaupause ihrer sozialen und politischen Strukturen. In den Städten kristallisieren sich die Herausforderungen der Zukunft: Ob Klimaanpassung, Energieversorgung, sichere Arbeit, bezahlbares Wohnen, nachhaltige Mobilität oder demografischer Wandel - in den Städten treffen diese Fragen wie in einem Brennglas aufeinander.

Städte sind die Orte, an denen Neues praktisch ausprobiert wird. Hierbei bedingen sich Forschung und politisches Handeln. Dieses Prinzip ist in der strategischen Forschungsagenda der Nationalen Plattform Zukunftsstadt verwirklicht. Mit ihr sollen Städte möglichst CO2-neutral, energieeffizient und klimaangepasst umgebaut werden. Die Agenda der Nationalen Plattform Zukunftsstadt folgt aus der Hightech Strategie. Geschrieben haben sie Experten aus Kommunen, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik auf Initiative der Bundesregierung. Das Wissenschaftsjahr 2015 zeigt an konkreten Beispielen, wie die Forschung das unterstützt: Experten liefern nützliche Erkenntnisse und zeigen neue Wege die Zukunft in der Stadt zu gestalten – ganz konkret vor Ort und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern. In den Städten geschehen viele Entwicklungen gleichzeitig, auch gegenläufig und im Konflikt. Es leben viele Menschen in urbanen Räumen, deren Lebensbereiche und Lebenswelten sich überschneiden. Umso wichtiger ist es, die Stadt als Ganzes zu begreifen und so viele Aspekte wie möglich einzubeziehen. Städte bieten, wie kein anderer Lebensort, den direkten Austausch – diesen gilt es zu nutzen: Willkommen im Wissenschaftsjahr 2015 – Zukunftsstadt!

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Wissenschaft im Dialog – die Initiative der deutschen Wissenschaft

Wissenschaft im Dialog (WiD) bringt Wissenschaft und Gesellschaft miteinander ins Gespräch. Die Gemeinschaftsinitiative der deutschen Wissenschaft wurde 1999 von den großen deutschen Wissenschaftsorganisationen gegründet. WiD organisiert Dialogveranstaltungen, Ausstellungen oder Wettbewerbe rund um Wissenschaft und Forschung und entwickelt neue Formate der Wissenschaftskommunikation.

Die Wissenschaftsorganisationen stärken mit der Gemeinschaftsinitiative den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft auch über kontroverse Themen der Forschung. WiD wurde auf Initiative des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft gegründet. Als Partner kamen Stiftungen hinzu. Maßgeblich unterstützt wird WiD vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Open Knowledge Foundation Deutschland

Die Open Knowledge Foundation Deutschland ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin, der sich seit seiner Gründung 2011 für die Verbreitung von freiem und offen zugänglichem Wissen in der Gesellschaft einsetzt. Die Arbeit der OKF DE ist unabhängig, überparteilich, interdisziplinär und nicht-kommerziell.

Die OKF DE verstehen sich als aktiver Teil der deutschen und europäischen Zivilgesellschaft. Ihre Projekte schaffen die digitale Infrastruktur für zivilgesellschaftliches Handeln und unterstützen Bürger, Journalisten und nicht-staatliche Organisationen dabei, ihr Recht auf Information, Transparenz und Beteiligung wahrzunehmen. Sie kooperiert mit Behörden und Unternehmen, um das soziale, politische und wirtschaftliche Potenzial offener Daten zu nutzen.